23.06.2017 – 2. Tag

Ja das mit der Zeitumstellung will der Körper auch dieses Jahr nicht so richtig verstehen. Nachdem Aenni, wie schon letztes Jahr, bei mir geschlafen hat und Frank in ihr Zimmer musste, fängt sie gegen 5 Uhr an sich mir kontinuierlich zu nähern. Auch in Zimmer gegenüber ist Unruhe zu spüren. Tapfer halten wir bis halb sieben durch und treffen uns dann kurz auf der Terrasse zur Lagebesprechung. Dies lautet, Kind ans Handy, Eltern nochmal ins Bett. Das wird auch so umgesetzt, bis uns 8.15 Uhr ein Geräusch weckt, was ich definitiv von zu Hause kenne. Ich also raus und ja, es ist ein Bohrhammer…NEIN, meine Augen drehen sich im Kreis, der Nachbar hat ne Firma da, die die Poolarea neu macht. Schnappatmung trifft kurzfristig ein, Frank muss raus und über den Zaun sehen, wie lange der Spaß andauert. Er meint, die Fliesen schaffen die heute und morgen wird es ruhiger. Ich hoffe das auch, so richtig ausgeruht bin ich nämlich nicht wirklich und da ist auch mein Temperament noch nicht im Urlaubsmodus.

Alle drei düsen durchs Bad, die Körper lechzen nach Nahrungsaufnahme und so heißt es ab zum Starlight frühstücken. Wir stehen vor dem Haus, nein was ist jetzt los, kein Starlight, sondern ein Fitnessstudio. Ja das würde uns vielleicht auch guttun, aber nicht jetzt und vielleicht auch nicht die nächsten 17 Tage, jetzt benötigen wir dringend Rühreier, Toast, Bacon eben alles das, was Kalorien hat. Oh Schreck, die Schockstarre löst sich langsam und der Futtertrieb treibt uns voran. Schnell ist ein anderes Diner gefunden und die Bestellung beginnt. Aenni verweigert erstmal sämtliches Englisch und verlässt sich komplett auf uns. Hinweise, wie für nächstes Schuljahr Englisch üben, versinken im Nichts und Augenrollen. Ja ich liebe die Pupertät.

Endlich kommt das Essen, meins sieht hervorragend aus, Omlett und Pancakes gehen immer. Aber was haben die beiden da auf dem Teller. Beide mir gegenübersitzenden Experten schauen mehr als sparsam. Ich ehrlich gesagt auch. Bacon ist drauf, Rührei und ne Substanz, die naja Haferschleim sehr ähnelt. Das Diner wird sofort verflucht, ein dezenter Hinweis von mir, dass wir die Bestellung vielleicht aufgrund mangelnder Englischkenntnisse verbockt hätten, wird überhört. Ok, ich überwinde mich und stocher mit meiner Gabel auf Aennas Teller rum. Augen zu und durch, ich probiere es. Hmmmm, kein Haferschleim definitiv, unter dem Brei sind zwei Brötchen, jetzt übrigens sehr matschig, aber eben nix außergewöhnliches für Amerika. Zähne bräuchte man zum Essen jetzt nicht aber darum geht es ja nicht. Der Brei ist gut gewürzt sogar etwas scharf und könnte Kartoffelbrei oder vielleicht Hirse sein. Ich weiß es nicht, aber wenn man die Augen zu macht und damit Voreingenommenheit weglässt, schmeckt es nicht so übel. Das rede ich auch Frank und Aenni ein. Wobei er Hunger hat und sich drauf einlässt und sie komplett verweigert. Ihr reichen der Bacon und das Rührei. Wir müssen noch rausfinden, was es war und werden MC mal fragen.

Nach dem außergewöhnlichen Frühstück und der Trauer ums geschlossene Starlight geht’s zum Walmart. Der Kühlschrank muss gefüllt werden. Da es hier mit 32 Grad echt hot ist, haben wir die Kühlbox samt Eis an Bord. Mit ganz vielen Plastiktüten, großen Packungen und über 100 Dollar weniger verlassen wir den Supermarkt. Aber es musste sein. Im Haus angekommen, treibt der Bohrhammer weiter sein Unwesen. Das Entspannen gelingt nicht wirklich und nach einer Poolsession von Aenni und Frank entschließen wir shoppen zu gehen, damit die Handwerker in Ruhe weiterarbeiten können. Vor der geplanten Abfahrt meldet sich MC, sie kommt gleich mal mit den Kids rum. Ach schön, wir freuen uns, da wir uns ja noch nicht gesehen haben. Keine 20 min später sind alle 4 da. Die Kids sind irre groß geworden und erstmal total still. Aber es dauert nicht lange, da sind alle aufgetaut und die drei großen entern den Pool. Die kleine Lady darf mit 1,5 Jahren noch nicht mit ins Getümmel und findet das verständlicherweise nicht so cool. Sie hat aber einen Freund gefunden. Frank und A verstehen sich prima. Es ist gleich wieder die Vertrautheit da und so quatschen wir ne ganze Zeit. Wir verabreden uns für die nächsten Tage und dann geht’s gegen 6 doch noch zum Shoppen. Aber wir fahren nur in die Nähe, Frank braucht unbedingt Schuhe, die wir aber an dem Tag natürlich nicht bekommen.

Aenni beschwert sich, weil Papa die ersten Klamotten erobert, aber keine Sorge sie wird auch fündig. Nur ich bleibe leer aus. Nein, das ist gelogen. Ich bekomme ein rosa Handykabel. Eh jetzt mal nicht neidisch werden zu Hause, ich verleihe es auch mal. Lach. Die Frage nach dem Abend essen wird aufgeworfen und da ich beim Fahren schon ein Fridays entdeckt habe, werde ich dieses Vorschlag in die Waagschale und yes angenommen. Ja, ja, ja der Blueberry-Long-Island-Ice-Tea schreit: Sylvi….Der Kellner bringt jedem das was er auch wollte, also keine Überraschungen wie früh. Aenni reduziert das Gericht auf nackige Nudeln mit Butter sowie Käse, Frank nimmt das Steak mit bbq rips und ich Nudeln mit Hühnchen und Shrimps. Es ist lecker und alle sind glücklich. Dann geht’s nach Hause und gegen 22 Uhr ins Bett.

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