16.03.2016 – 1. Tag

New York statue de la LibertéDer Wecker klingelt 5.30 Uhr. In einer Stunde geht die S-Bahn von Essen nach Düsseldorf. In dieser Stunde schaffen wir drei es tatsächlich, uns alle zu waschen, zu stylen und zu frühstücken. Ich weiß nicht, warum das zu Hause nie klappt. Ich werde es wohl aber auch nie rausfinden. Carola fährt uns zum Bahnhof und zu Gunsten meines Bluthochdruckes klappt alles reibungslos. Frank zögert die Zeit wie jedes Jahr pausenlos hinaus, um eine nach der anderen zu qualmen, aber irgendwann kommt, das Machtwort, ab geht’s durch den Zoll. Frank kommt unbeschadet durch. So ein Mist, macht gar keinen Spaß. Der vergeht in dem Moment Aenni. Im Ganzkörperscanner wird in ihren Schuhen Metall festgestellt und zieht eine Nachkontrolle nach sich. Herzlichen Dank dafür geht an Omi und Opi, die die Treter gesponsert haben. Aber das war es ja noch nicht. Jetzt ist Aennis Rucksack dran, der wird rausgezogen und erneut durchleuchtet. Die Angst um Bruno steigt und Tendenzen der lieben Mama durch Fluchen und Drohen werden sichtbar. Hilfe, es ist wie ein Spiegel. Nach zweimaliger Scannerfahrt kommt Bruno unbeschadet an und die große Klappe kehrt zurück.

Wir heben pünktlich ab und freuen uns tierisch, als wir die Flugzeit von lediglich 7,30 Stunden hören. Der Wind steht günstig und somit haben wir eine Stunde länger in New York zum Umsteigen, die wir auch bitter nötig haben werden. Aber erstmal zum Flug, der ist super, Frank bekommt wie immer Aennis Kidsmenü, weil sie das Essen verweigert, alle drei schauen wir ausgiebig fern, so dass der Flug schnell um ist.

Nach der Landung, heißt es ab zur Einreise. In New York gibt es drei Lines, eine davon müssen wir nehmen, nur welche? Ein netter amerikanischer Bediensteter schreit im besten amerikanischen Englisch um sein Leben. Wir verstehen nüscht. Frank verlässt sich auf mich, ich auf ihn, Aenni geht’s nix an und somit wird die Kommunikation unter uns etwas griffig. Eine Line sagt ESTA, das haben wir, die andere sagt Besucher, die sind wir auch. Also nehmen wir die für Besucher, die echt lang ist und hoffen, dass wir den Anschlussflug bekommen. Naja wie immer stachelt mein Mann mich an, dass wir falsch anstehen und wir ja wir könnten ja mal den netten Amerikaner mit dem excellenten Englisch fragen. Ich meine, er kann ja auch DU zu mir sagen, aber nein… Hin und her, mit Händen und Füssen, wir gehen in die andere Line, dort heißt es Visum per Automat… Juhu, mein Gesicht schläft ein, aber das Gerät kann deutsch und wir sind in 10 Minuten durch…und ein, hab ich doch gleich gesagt, kam von der Seite auch noch… cool ich sag wieder nüscht, die Rache soll noch kommen.

Typisch amerikanisch geht es weiter, Koffer vom Gepäckband holen, damit durch den Zoll gehen und die schweren Teile wieder abgeben. Machen wir auch. Nachdem wir ne Menge Schokolade und Babybrei als Geschenk mithaben, mach ich mir etwas Gedanken um den Zustand, aber ich kann es eh nicht ändern.

Jetzt haben wir noch zwei Stunden Zeit, da höre ich meinen Mann schon mit den Füßen scharren, die Lunge pfeift nach Tabak. Also raus mit dem Handgepäck aus dem Flughafen und schnell ein Foto mit einem NY-Taxi gemacht. Ja das ist der Beweis, wir waren in NY. Aus einer Zigarette werden zwei, Aenni tanzt und singt und ich, ich will rein…Irgendwann kann ich mich durchsetzen und wir gehen zum zweiten Mal an diesem Tag durch die strengen Kontrollen. Ja streng wird es, als ein netter Zöllner während des Ablaufens der Schlangenlinien die Hände von Frank zum Drogentest fordert. Aenni und ich waren durch aber da wir nett sind, warten wir statt weiter zu gehen. Hätten wir das mal lieber getan! Wie sollte es anders kommen, Drogentest absolviert und Gerät zeigt ROT an. Ich schon voll entsetzt, Frank noch entspannt und der Zöllner schüttelt den Kopf, lässt uns aber passieren. Mmmhhh komisch denke ich noch, wir gehen aber weiter in Richtung Passkontrolle, Pässe gezeigt und schon steht der erste Zöllner mit nem Lächeln neben mir und bittet mich zu ihm zu kommen. Oh nee, denke ich, was jetzt… Er winkt uns an allen vorbei, wir dürfen mitten zwischen die anderen wartenden Reisenden durch zum Durchleuchtungsband, Aenni und ich müssen nicht durch den Nacktscanner, wir denken noch, der ist aber nett, der hat bestimmt gesehen, dass wir einen Weiterflug haben… Ach quatsch, dass war dem glaube egal, der hatte Frank im Visier. Frank durfte nämlich durch den Ganzkörperscan und dann zur Körpervisite in einen speziell abgegrenzten Raum. Riesig, der Herr weg, das Kind stand mit großen Augen da und die ältere Dame um die 40 hat den ganzen Scheiss vom Band eingesammelt und vor Aenni geschüttet, damit nix wegkommt, Laptop, Handy, Portomonaise etc. alles einzeln in Kistchen, ich dachte ich dreh durch. Verwunderlich war, dass der nette bereits genannte Zöllner mit seinen blauen Einmalhandschuhen zu einer weiteren netten Dame ging und seine Handschuhe wiederum auf Drogen untersuchen ließ. Mmmhhh, aber wo war Frank. Da kam er angelaufen, er wurde überall mit den blauen Handschuhen angefasst, ja überall, und dann durfte er gehen. Grins keine Drogen, aber Frank sieht eben ohne Schlaf immer mit den tiefen Augenringen so aus…

Mit 20 Minuten Verspätung steigen wir in die American Airlines Maschine gen Miami ein. Oh shit, die Maschine ist doch älteren Semesters und die übrigen Passagiere haben ihr komplettes Essen selbst mitgebracht. Was sich Deutsche nicht trauen, wird hier zur Realität: Döner, Pizza, Pommes und Co. betreten den Flieger. Meine Nase weiß gar nicht mehr, welchen Geruch sie als erstes sondieren soll, irgendwann startet endlich der Flieger und ich bete, dass wir heile ankommen. Erlebnisurlaub USA geht anscheinend jetzt los. Wir landen wohlbehalten in Miami, Alamo hat wieder ein Auto für uns, ein Jeep, weiss und nach Franks sowie Aennas Geschmack viel zu klein, aber egal. Ein NAVI ist diesmal drin, gut alte Kartenlesetradition ist dahin, aber ich bin viel zu müde, um darüber nachzudenken. In Miami haben wir ein vorgebuchtes Motel, Best Western, bezogen und schlafen gegen halb elf fix und foxy ein.

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