07.04.2014 – 7. Tag

So heute stehen die Everglades auf dem Programm, Frank möchte wieder seine Freunde, die Alligatoren, besuchen. Also ehrlich gesagt, erinnere ich mich auch nicht daran, dass wir einmal in Florida waren, ohne die kleinen Biester besucht zu haben. Aber Aenni und ich widersetzen uns nicht und springen halb zwölf in unser Auto, auf dessen Sitzen wir wieder einmal Spiegeleier braten könnten. Ja der kleine Seitenhieb muss sein. Diesmal beschließt der Driver die US41 zu benutzen, da sie weitaus interessanter als die I75 ist.

Auch das soll er haben und was sehen meine Augen noch in Ft. Myers auf der US 41; ein Marshalls. 99 % der Leser fragen sich jetzt, was ist das. Tja jetzt weiß ich es auch. Es ist ein Laden, wo man super günstig Samsonite-Koffer kaufen kann. Unsere Vermieter hatten uns den heißen Tipp gegeben. Unser Koffer hatte leider noch nicht mal den Weg bis Berlin geschafft. Nachdem er bereits seine Flügel am Airport gestrichen hatte, muss dringend ein Neuer her. Ruckzuck erstehen wir einen schönen neuen mit vier Rollen, der logischerweise jetzt meiner ist. Auch das anliegende ToysRus müssen wir unbedingt besichtigen. Aenni sucht dringend die Figuren von Frozen – Die Eiskönigin. Aber die wollen anscheinend mindestens eine Hand voll Kinder der USA auch, weil sämtliche Artikel vergriffen sind. Wir bauen Aenni auf, da wir ja noch nach Orlando weiterreisen und hoffen, dass sich dort der Mädchentraum erfüllt.

Kurz vor eins sitzen wir wieder im Auto gen Everglades. Ja und was soll ich sagen, wer Frank gut kennt, weiß was jetzt kommt. Es ist Mittagszeit, er hat Hunger. Aenni stimmt ihm aber voll zu und so halten wir kurz nach halb zwei vorm großen gelben M in Naples. Nachdem wir auch das erledigt haben, geht’s aber wirklich zu den Alligatoren. 15 Uhr erreichen wir die letztes Jahr so erfolgreiche Monroe-Station an der US 41. Tja und was sehen wir: NIX. Oje, wo sind die kleinen Biester nur. Endlich sehen wir einige Exemplare zwischen den Mangroven. Aenni und Frank sind überglücklich und die Damen müssen alles fotografieren. Im Gegensatz zum letzten Jahr sind es aber doch sehr wenige Exemplare. Wir vermuten, dass die Hitze und Trockenheit die Tiere weiter ins Nass gezogen hat. Mittlerweile ist es 16 Uhr und eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch nach Marco-Island.

Also gibt Frank etwas mehr Gas und der Staub fliegt uns nur so um die Ohren. Ich sehe eine große Schildkröte am Straßenrand und gebe die kurze Ansage zur Rückfahrt. Frank regiert prompt und wirft den Rückwärtsgang ein, aber nicht sachte ne voll Speed. Ich habe noch nie ne Schildkröte rennen sehen. Aber diese hatte sich so erschrocken, dass die buchstäblich die Beine in die Hand nahm und analog eine Skispringers einen Satz in die Everglades machte. Das Gelächter war groß und Frank bekam dafür sein Fett ab, dass wir kein Foto schießen konnten. Aber wir wurden von einer kleinen Schnappschildkröte dafür anschließend belohnt. Als plötzlich vor uns ein Wagen stand und eine Dame, die gegen mich Lobster wie ne Feuerfackel aussah, krampfhaft versuchte irgendwas von der Straße zu scheuchen. Anständig wie wir sind, haben wir angehalten und siehe da, eine Minischildkröte wollte die Straße überqueren und die reizende sonnengegrillte Dame hinderte sie daran. Nein sie war besorgt und versuchte sie krampfhaft, auf ihre Map zu lotsen. Die Schildi tat ihr auch den Gefallen und wir konnten sie von Nahen bewundern.

Auf dem Rückweg über die US 41 haben wir dann noch zwei Anhalter gesehen. Leider war Frank nicht bereit anzuhalten, damit ich sie fotografieren kann. Nur zur Erläuterung, es handelte sich jeweils um ein große Schildkröte, die am Straßenrand kopfhebend wartete. Frank meinte, die wären selbstmordgefährdet, ich dagegen denke, die wartete einfach auf den richtigen Moment die Straße zu überqueren.

18 Uhr waren wir endlich am Strand von Marco-Island. 8 $ Parkgebühr um diese Uhrzeit rieben uns allerdings die Tränen in die Augen. Aber gut, wir hatten Aenni Strand versprochen und den sollte sie haben oder eben nicht… Wir haben leider erst zu spät gemerkt, dass wir über eine Zwischeninsel an den Ozean herankamen, aufgrund der späten Stunde war an das überqueren aber nicht mehr zu denken. Also haben wir eine Stunde Krebse am Strand versucht zu fangen, was uns aber nicht gelang. Die waren einfach schneller. Um sieben hieß es ab zum Essen. Welch Zufall, dass wir über Naples zurückfahren mussten. Da kamen wir doch nicht etwas am T.G.I. Fridays vorbei und 15 min später saß ich entspannt mit dem allzeit geliebten Blackberry Long Island Ice Tea am Tisch. Zu Hause waren wir demensprechend sehr spät.

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